Beamer spielen eine immer größere Rolle in den Haushalten, Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Jedoch stellt sich die Frage: Was ist zu beachten und was muss man über Beamer wissen? Beim Beamerkauf ist es wichtig zu wissen, für was man den Beamer braucht und in welcher Umgebung man den Beamer einsetzen möchte. Zum Beispiel kann in einem sehr kleinen Raum ein spezieller Kurzdistanzbeamer die gewünschten Ergebnisse bringen, die ein herkömmlicher Beamer nicht erreichen könnte. Die wichtigsten Kennzahlen bei Beamern sind HelligkeitKontrastAuflösung, die möglichen Schnittstellen, sowie GrößeLautstärke und die verwendete Technik der Bilddarstellung. Diese Eigenschaften bestimmen ob sich der Beamer für eine Heimkinoanlage bzw. als Einsteiger Beamer für Zuhause eignet, ob er bei der nächsten Fussball WM draußen im Freien einsetzbar ist oder aber ob er als mobiler Beamer, im Büroalltag bzw. in Schulungen, die Leistung bringt die man benötigt. Doch was bedeuten alle diese Begriffe wie Kontrast, Helligkeit usw. im Zusammenhang mit Beamern?

Auflösung des Beamers und das Seitenverhältnis

Die Auflösung bestimmt, aus wie vielen Pixeln (Bildpunkten) ein Bild zusammengesetzt ist. Umso höher die Auflösung ist, desto detailreicher kann das Bild dargestellt werden. Der erste Wert gibt an, wie viele Bildpunkte in der horizontalen, der zweite Wert wie viele in der senkrechten aneinandergereiht werden können. Da die Pixel die gleiche Höhe und Breite besitzen, kann man von der Auflösung auch auf das Seitenverhältnis des Bildes schließen. Full HD Beamer zum Beispiel, mit einer Auflösung von 1920×1080, besitzen ein entsprechendes Seitenverhältnis von 16:9, da 1920/120=16 und 1080/120=ist. Das gleiche gilt für 4K Beamer (Auflösung 3840×2160, Seitenverhältnis 16:9) und HD Beamer (1280×720 / 16:9). Beamer mit Seitenverhältnissen von 4:3 und 16:10 sind sehr gut für den Businessbereich geeignet, da diese, im Gegensatz zu 16:9, mehr Platz in der Vertikalen bieten. Somit erleichtern Beamer mit diesen Seitenverhältnissen die Darstellung und das Lesen von (stichpunktartigen) Texten. Prinzipiell kann man sagen, umso höher die Auflösung, desto detailgetreuer das dargestellte Bild. Eine hohe Auflösung ist vor Allem für Heimkinoanlagen bzw. fürs Gaming sehr komfortabel. Im Businessbereich, bzw. im Unterricht spielt eine hohe Auflösung keine große Rolle, da Texte auch in niedrigeren Auflösungen, z. B. in SVGA (800×600 / 4:3) gut lesbar dargestellt werden können.

Gängige Formate:

Bezeichnung Seitenverhältnis / Format Auflösung
SVGA 4:3 800×600
XGA 4:3 1024×768
2K 4:3 2048×1536
FWVGA 16:9 854×480
HD (HD Ready) 16:9 1280×720
Full HD 16:9 1920×1080
4K (UHD) 16:9 3840×2160
8K (FUHD) 16:9 7680×4320
WXGA 16:10 1280×800
WUXGA 16:10 1920×1200

Unterschied von LCD, DLP & LED Beamern

LCD-BEAMER ~ Flüssigkristallprojektoren (LCD) funktionieren im Prinzip wie Diaprojektoren. Anstelle eines Dias kommen eine oder mehrere transparente Aktivmatrix-Flüssigkristallanzeigen zum Einsatz, angesteuert durch Dünnfilmtransistoren. Heutzutage übliche Geräte verwenden drei voneinander getrennte LCD-Matrizen (3LCD-Technik) – für jede Grundfarbe eine –, deren Projektion über ein speziell angeordnetes Projektionssystem mit dichroitischen Spiegeln zu einem Bild zusammengefügt wird. Dies ermöglicht die überlagernde Farbkomposition (im Gegensatz zur Nebeneinanderdarstellung auf LCD-Monitoren). Besonders hochwertige Geräte verwenden eine optische Einheit mit vier separaten LC-Matrizen, wobei zusätzlich zu Rot, Blau und Grün eine weitere Matrix speziell für die differenzierte und lichtstarke Darstellung des Gelbs verwendet wird. Hierdurch kann man hohe Lichtausbeute mit guter Farbbalance verbinden, was herkömmlichen Geräten mit drei LC-Matrizen recht schwerfällt – ihre Gründarstellung hat häufig einen leichten Gelbstich, dessen Korrektur meist mit einem recht hohen Helligkeitsverlust verbunden ist.

Bei Geräten mit nur einer Flüssigkristallanzeige werden die drei Grundfarben wie auf LC-Flachbildschirmen durch drei nebeneinander angeordnete integrierte Matrizen dargestellt, was wegen der reduzierten Auflösung zu einem gröberen Bildeindruck führt.

DLP-BEAMER ~ Digital Light Processing (DLP, englisch) ist eine von dem US-Unternehmen Texas Instruments (TI) entwickelte und als Marke registrierte Projektionstechnik, bei der Bilder erzeugt werden, indem ein digitales Bild auf einen Lichtstrahl aufmoduliert wird. Dabei wird der Lichtstrahl durch eine rechteckige Anordnung von beweglichen Mikrofonespiegeln in Pixel zerlegt und dann pixelweise entweder in den Projektionsweg hinein oder aus dem Projektionsweg hinaus reflektiert. Das Herzstück dieser Technik, das Bauteil, das die rechteckige Anordnung (Matrix) von Spiegeln und deren Ansteuerungstechnik enthält, wird als DMD – Digital Micromirror Device (zu deutsch etwa „Digitale Mikrofonespiegel-Einheit“) bezeichnet.

Im Gegensatz zu anderen Verfahren, bei denen ein reales Bild oder ein realer Gegenstand unmittelbar auf optischem Wege abgebildet wird, wird hier – ähnlich wie bei der Laserprojektion – das Bild optisch erst innerhalb des Projektionsweges erzeugt. Deshalb handelt es sich streng genommen nicht um eine Projektion wie sie in der physikalischen Optik definiert wird. DLP findet beispielsweise für Videoprojektoren und Rückprojektionsbildschirme im Heimkino- und Präsentationsbereich Verwendung; und unter der Bezeichnung „DLP-Cinema“ im Digitalkino-Bereich. DLP wird aber auch im industriellen Bereich für generative Fertigung/Additive Manufacturing eingesetzt.

Die Technik wurde an verschiedene Hersteller lizenziert.

LED-BEAMER ~ Wie der Name der Beamer schon sagt, arbeiten diese Geräte mit LEDs als lichtgebende Quelle. Dazu ist ein DLP Element eingebaut, das für die Bilddarstellung mitverantwortlich ist. Durch die Nutzung von LEDs als Lichtquelle haben diese Geräte vor allem den Vorteil, dass sie keinen Lüfter benötigen und deswegen sehr leise arbeiten.

Dazu kommt das LEDs nur sehr wenig Strom verbrauchen und diese Projektoren deswegen sehr energieeffizient arbeiten und auch extrem wenig Wärme erzeugen.

Dazu kommt die extrem lange Lebenszeit von den LEDs. Man kann durchaus vom Faktor zehn gegenüber DLP und LCD Lampen sprechen. Bei DLP fällt der Vergleich etwas geringer aus, aber bei LCD ist es noch deutlich höher, teilweise. Aber schauen wir uns einmal die Vorteile und Nachteile genau an.

Die Helligkeit bzw. Lichtstärke des Beamers

Die Lichtstärke eines Beamers wird in ANSI Lumen angegeben. Der ANSI Lumen Wert zeigt somit an, wieviel Licht ein Beamer auf eine bestimmte Fläche projizieren kann. Dabei ist Lumen die SI-Einheit des Lichtstroms und das Wort ANSI (American National Standards Institute) steht für die Norm, nach der der Beamer getestet bzw. kontrolliert wurde.
Der ANSI Lumen Wert steht bei Projektoren für die maximal erreichbare Lichtstärke. In der Praxis ist es jedoch nicht empfehlenswert den Beamer durchgängig mit dieser Lichtstärke zu betreiben, da dies die Lebensdauer der Beamer Lampe und auch des Beamers verkürzen kann.

Doch wieviel ANSI Lumen sollte der Beamer haben?

Zum einen hängt die benötigte Lichtstärke von der Entfernung zur Projektionsfläche und der gewünschten Bildgröße ab. Umso größer das Bild dargestellt werden soll bzw. umso größer die Entfernung vom Beamer zur Leinwand ist, desto höher sollte die Lichtstärke also der ANSI Lumen Wert des Beamers sein um ein gutes Bild zu garantieren.
Ein weiterer und entscheidender Faktor ist die Helligkeit der Umgebung. Wird der Projektor also z. B. in einem dunklen Raum benutzt genügt ein geringer ANSI Lumen Wert. Möchte man jedoch den Beamer unter freiem Himmel unter Tageslichteinfluss oder in einem hell erleuchteten Raum nutzen, braucht man eine bei weitem höhere Lichtstärke.
  • In Räumen ohne Fenster (Garage, Keller, Dachboden usw.) oder mit sehr lichtdichten Rolläden genügen Beamer mit Lichtstärken unter 2000 ANSI Lumen.
  • Nutzt man den Beamer in einem gut abgedunkelten Raum, reichen 2000 bis 3000 ANSI Lumen vollkommen aus.
  • Kann der Raum nicht abgedunkelt werden bzw. möchte man in dem Raum noch sehen was man sich gerade aufgeschrieben hat, sind 3000 bis 4000 ANSI Lumen zu empfehlen.
  • Beamer mit über 4000 ANSI Lumen sind ausreichend um auch in großen und sehr hellen Räumen noch klar erkennbare Bilder projizieren zu können.
  • Ab 6000 ANSI Lumen liefern Beamer auch am hellen Tag, draußen unter freiem Himmel, gute Bilder.

Was heißt Kontrast und welche Kontrastwerte braucht mein zukünftiger Beamer?

Der Kontrast sagt aus, wie gut es ein Beamer durch unterschiedliche Lichtintensitäten schafft, helle und dunkle Bildbereiche voneinander abzugrenzen. Das heißt, der Kontrastwert zeigt, wie gut ein heller Pixel gegenüber einem benachbarten dunklen Pixel in den Vordergrund rückt. Der Kontrastwert ist somit ein Verhältniswert, der offenlegt, um wie viel heller der hellste Bildpunkt gegenüber des dunkelsten Bildpunktes ist. Mit steigendem Kontrastwert erhöht sich somit auch die wahrgenommene Schärfe des Bildes.
  • Ab 3.000:1 kann man von einem guten Kontrastwert sprechen, solche Beamer sind zumindest für Präsentationen und Vorträge gut geeignet.
  • Beamer mit einem Kontrastwert ab 10.000:1 sind zum Filme schauen und für Computerspiele ausreichend.

Verbindungsmöglichkeiten und Anschlüse eines Beamers

Moderne Beamer können eine Vielzahl von Anschluss- bzw. Verbindungsmöglichkeiten bieten. Diese Schnittstellen ermöglichen die Bildübertragung via VGA-KabelDVI-Kabel und die gleichzeitige Übertragung von Bild- und Ton mit HDMI-KabelDisplayPort-Kabel und Cinch-Kabel.
  • VGA: Analoger Anschluss zur Übertragung von Bildsignalen
  • Cinch: Analoger Anschluss zur Übertragung von Bild- und Tonsignalen
  • DVI: Digitaler Anschluss zur Übertragung von Bilddaten (geeignet für hochauflösende Bilder)
  • HDMI: Digitaler Anschluss zur Übertragung von digitalen Bild- und Tondaten (geeignet für hochauflösende Bilder)
  • DisplayPort: Digitaler Anschluss zur Übertragung von digitalen Bild- und Tondaten (geeignet für hochauflösende Bilder)

Nutzt man den Beamer im Businessbereich für Präsentationen und ähnliches, genügen analoge Anschlüsse wie VGA und Cinch durchaus aus, da hier keine hochauflösenden Bilder benötigt werden. Möchte man Bilder und Videos in sehr hoher Qualität anschauen sollte man digitale Anschlüsse zur Bildübertragung wie DVI, HDMI oder DisplayPort wählen. Cinch, HDMI und DisplayPort sind Schnittstellen, welche zudem die Übertragung des Tones auf den Beamer ermöglichen. Da viele Beamer Lautsprecher besitzen, kann dieser Umstand, vor Allem im Businessbereich, sehr von Vorteil sein.
Eine weitere Art der Verbindung sind Datenschnittstellen wie WLANBluetoothUSBRJ45 (Netzwerk) und WireDisplay. Bei WireDisplay handelt es sich um die Möglichkeit der kabellosen Datenübertragung über das WLAN-Netz. Damit können ganz einfachen Handy- oder Notebookdisplays auf den Beamer gespiegelt und angezeigt werden. Dies ist vor allem für Präsentationen von Vorteil, das schauen von hochauflösenden Filmmaterial ist darüber jedoch nicht zu empfehlen.

Ein weiterer interessanter Beameranschluss ist der sogenannte 12 Volt Triggeranschluss. Ein solcher Anschluss kann dazu genutzt werden über die Bedienung des Beamers gleichzeitig eine Motor Leinwand auszufahren oder aber das Licht zu dimmen.

Die größten Hersteller sind AcerEpsonBenQOptoma und NEC, aber auch kleinere Hersteller können mit ihren Geräten sehr gute Ergebnisse liefern.

One thought on “Beamer kaufen – Auf was sollten sie achten!”

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