Wenn die Sonne bei 30 Grad im Schatten richtig brennt und sich Räume rasch aufheizen, sorgt ein Ventilator für Erfrischung. Auf Knopfdruck erzeugt er einen Luftstrom, der die Raumtemperatur zwar nicht senken kann, aber Luft am Körper vorbei bläst und so eine kühlende Wirkung hinterlässt. Ein Ventilator ist nicht nur für den Hochsommer ideal, sondern sorgt auch an weniger heißen Tagen für ein angenehmes Raumklima. Die aktuellen Modelle zeichnen sich durch eine große Luftumwälzung und ruhigen Lauf aus. Zudem können sie auch horizontal schwenken. Diese Hin- und Herbewegung erhöht die Wirkfläche des Luftstrahls, und Sie verspüren eine angenehme Frische, ohne ständig direkt im Luftzug zu sitzen. Lesen Sie, wie Sie anhand Ihrer persönlichen Bedürfnisse und den räumlichen Anforderungen ein passendes Gerät auswählen.

Ein Ventilator muss her

Ein Ventilator ist eine lohnende Anschaffung, wenn Sie das Klima in Ihren Wohnräumen angenehmer gestalten wollen. Alles, was Sie brauchen, ist eine Steckdose und schon kann es mit der Klimaverbesserung losgehen. Durch den variablen Luftstrom in den eigenen vier Wänden wird das Wohnen und Schlafen angenehmer. Außerdem sorgt ein Ventilator für eine permanente Luftzirkulation, was bei geöffnetem Fenster das Lüften von Räumen ohne Durchzug begünstigt. Im Winter pustet er die Wärme von Heizung oder Kachelofen rasch in alle Winkel und sorgt nebenbei auch für eine optimale Verteilung der Luftfeuchtigkeit. Sogar fürs Hobby und beim Heimwerken ist ein Ventilator überaus praktisch, etwa wenn es ums schnelle Trocknen von Farbe, Verklebungen oder Töpfereien geht.

Große Unterschiede in Bauart, Größe und Funktion

Mit dem richtigen Ventilatormodell in der entsprechenden Größe ist vom sanften Lüftchen bis zum kräftigen Orkan alles drin.

Tischventilatoren

Kompakte Tischventilatoren ab 30 € punkten mit flexibler Handhabung und verstellbaren Neigungswinkeln, sorgen aber nur in einem begrenzten Bereich für einen Luftzug. Sie pusten die vom Rotor angesaugte Luft von hinten geradewegs und mit geringer Reichweite nach vorne. Damit Sie den Luftstrom regulieren können, brauchen Sie mindestens zwei Gebläsestufen und eine Oszillationsfunktion.

Standventilatoren

Standventilatoren produzieren einen kräftigen Luftstrom und haben einen eigenen Standfuß mit Höhen- und Neigungsverstellung. Sie können oszillieren und bieten möglichst viele Leistungsstufen. Diese Geräte eignen sich aufgrund ihrer Leistung optimal für große Wohnräume, wegen des Flügeldurchmessers aber auch fürs Arbeits- und Schlafzimmer. Beachten Sie, dass große, langsam drehende Rotorblätter bei gleicher Luftfördermenge weniger Geräusche verursachen als ein Tischventilator mit kleinen Rotorblättern, die sich entsprechend schneller drehen müssen.

Deckenventilatoren

Ein Deckenventilator wird fest an der Zimmerdecke montiert und muss dort aufgrund seiner großen Flügelspannweite und seiner Position mitten im Raum nicht so schnell rotieren wie andere Modelle. Daher verrichten Deckenventilatoren ihre Arbeit mit der geringsten Geräuschentwicklung und eignen sich somit auch sehr gut für das Schlafzimmer – sogar während der Nacht. Allerdings brauchen Sie einen entsprechend hohen Raum mit stabilem Montageuntergrund und einen Stromanschluss in der Nähe. Fein raus sind Sie, wenn Sie den Stromanschluss einer vorgesehenen, aber nicht montierten Leuchte nutzen können. Dann lässt sich der Deckenventilator mit dem Lichtschalter ein- und ausschalten. Gute Deckenventilatoren punkten mit einer Rückwärts- oder Reverse-Funktion, die an kalten Tagen die warme Luft von der Decke holt und so im Winter Heizkosten sparen hilft.

Turmventilatoren

Der Vorteil von Turmventilatoren, die auch Säulenventilatoren genannt werden, ist ihr platzsparender Stand. Sie sind ideal für beengte Platzverhältnisse. Im Inneren des schlanken Korpus befindet sich eine Laufwalze, die Luft von hinten ansaugt und nach vorne abgibt. Der Luftstrom von Turmventilatoren ist prinzipbedingt schwächer als bei Standventilatoren, dafür arbeiten die Geräte recht leise. Weil die Bedienelemente meist oben am Gehäuse sitzen, genügt es, sich leicht zu bücken, um den Ventilator ein- oder auszuschalten oder die gewünschte Leistungsstufe einzustellen. Auch am Schreibtisch sind diese Modelle optimal, da ein Großteil des Luftstroms unterhalb der Arbeitsplatte bleibt und Sie so das Risiko eines Zugs minimieren. Viele Turmmodelle bekommen Sie auch mit Heizfunktion (Heizlüfter).

Ventilatoren ohne Rotoren

Verhältnismäßig neu sind Ventilatoren, die ohne sichtbare Rotorblätter auskommen und so für eine kühlende Brise ohne lästiges Flattern sorgen. Der Erfinder der Technik nennt das Verfahren „Air Multiplier“: Luft wird verdeckt im Sockel des Geräts angesaugt und durch einen durchgehenden Schlitz im runden oder ovalen Luftaustrittsarm ausgegeben. So reißt dieser Luftstrom umgebende Luft mit und verstärkt damit die Luftbewegung. Air-Multiplier-Ventilatoren haben mit ihrer skulpturalen Form nicht nur Objektcharakter, sondern sind auch für Familien eine gute Wahl, da keinerlei Unfallgefahr durch sich drehende Rotorblätter besteht. Auch Air-Multiplier-Ventilatoren gibt es mit Heizfunktion.

Bodenventilatoren

Mit einem Bodenventilator ohne Standbein holen Sie sich eine richtige Windmaschine ins Haus, die sich aber nur eingeschränkt einsetzen lässt. Die Geräte sind auf maximalen Luftstrom getrimmt, der direkt nach vorne geht. Dies kann nützlich sein, um beispielsweise einen Durchzug zu unterstützen.

Sprühnebel-Ventilatoren

Für alle die es noch kühler haben wollen oder denen die Luft zu trocken ist, der Ventilator kann noch mehr! Er versprüht feinste Wassertropfen,  die die Luft herunter kühlen. Die dadurch entstehende Verdunstungskälte, gibt eine herrliche frische und kühle Luft ab, so dass man es auch bei sehr heißer Temperatur draußen ohne Schwitzen aushalten kann. Mit einem Sprühnebel-Ventilator erhalten sie eine kleine Oase für ihr zu Hause.

Mehr Komfort durch geringe Geräuschentwicklung und sinnvolle Extras

Egal wie geschickt die Hersteller an der Aerodynamik der Rotorblätter und dem Gehäusedesign gefeilt haben: Eine gewisse Geräuschentwicklung tritt im Betrieb immer auf: Je kräftiger der Ventilator arbeitet, desto mehr ist er zu hören. Achten Sie beim Kauf auf die vom Hersteller angegebene Lautstärke, die als Wert in Dezibel (dbA) bei maximaler Leistung genannt wird. Durch Runterregeln des Ventilators reduzieren Sie den Lärm – deshalb sind möglichst viele Leistungsstufen wichtig. Sie dürfen beim Vergleichen davon ausgehen, dass ein bei maximaler Gebläsestufe leiseres Modell auch auf niedrigerer Stufe entsprechend leiser ist.

Fernbedienung

Eine Fernbedienung ist praktisch, vor allem bei Stand- und Deckenmodellen, denn damit lassen sich Luftstrom, Richtung und Drehbewegung vom Sofa oder Schreibtisch aus nach Bedarf regulieren. Bei Tisch- und Turmventilatoren, die normalerweise ohnehin in Reichweite stehen, können Sie locker auf eine Fernbedienung verzichten.

Timer

Eine Timerfunktion ist fürs Schlafzimmer sinnvoll. Damit läuft der Lüfter für eine voreingestellte Zeit und wedelt Sie sanft in den Schlaf, bevor er sich automatisch abschaltet. So wachen Sie nicht durch das Surren des Ventilators wieder auf und setzen sich auch nicht dem Risiko einer Verkühlung aus.

So reinigen Sie den Ventilator

Wer viele Kubikmeter Luft befördert, kommt natürlich auch mit jeder Menge Hausstaub in Berührung, der sich nach einiger Zeit an den Rotorblättern absetzt. Saubermachen ist aber ganz einfach: Ziehen Sie den Netzstecker und wischen Sie das Gehäuse samt der Rotorblätter mit einem feuchten Tuch ab – fertig! Ist Ihr Ventilator mit einem Schutzgitter ausgestattet, können Sie es meist über kleine Haltenasen, Klemmen oder Scharniere öffnen und so auch innen reinigen. Etwas komplizierter wird’s bei einem Turmventilator, denn hier müssen Sie das Gehäuse öffnen, um an die Luftwalze zu kommen. Bei rotorlosen Modellen verrät ein Blick in die mitgelieferte Anleitung, wie Sie das Gerät auch innen vernünftig säubern.

Fazit: Besseres Raumklima mit einfachen Mitteln

Spielt der Platz keine Rolle, wirbeln Sie mit einem Standventilator am flexibelsten, was Aufstellort, Luftstrahl und Leistung betrifft. Diese Geräte eignen sich für große und kleinere Räume gleichermaßen und zeichnen sich durch ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis und eine moderate Geräuschentwicklung bei niedriger und mittlerer Stufe aus. Achten Sie auf möglichst viele Geschwindigkeitsstufen, eine Höhenverstellung und zuschaltbares Oszillieren.

Tischventilatoren sind am günstigsten und ideal, wenn Sie möglichst wenig Geld ausgeben möchten oder der Platz begrenzt ist. Sie sind auch fürs Büro (Schreibtisch) oder Schlafzimmer (Nachttisch) geeignet, leicht zu transportieren und können daher auch im Sommerurlaub mit ins Gepäck. Von Vorteil ist eine einstellbare Neigung, damit Sie den Windstrom auch nach oben oder unten richten können – etwa, wenn das Gerät mal im Regal oder auf dem Fußboden steht. Suchen Sie einen Ventilator primär für die Fußbodenaufstellung oder für eine Ecke im Raum, ist ein Turmmodell eine gute Wahl, sofern es oszillieren und dadurch den Luftstrom schwenken kann.

Deckenventilatoren erzeugen im Sommer eine besonders sanfte Luftbewegung und verhindern während der Heizperiode einen Wärmestau. Durch die geringe Geräuschentwicklung und den sanften Luftstrom eignen sie sich auch gut für Schlafräume. Mit ihren markanten Flügeln wirken sie auch stilprägend für den jeweiligen Raum.

Sogenannte Air-Multiplier sind die beste Wahl, wenn Ihnen Design und clevere Mechanik über alles geht, Sie aber im Gegenzug auch bereit sind, für schick verpackte Technik tiefer in die Tasche zu greifen.

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